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Havel und Foreman arbeiten an „Münchner Abkommen“

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Der Filmregisseur und zweifache Oscarpreisträger Milos Forman plant zusammen mit dem ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel einen Spielfilm über das „Münchner Abkommen“ von 1938. Das berichtet die Prager Tageszeitung Mlada fronta Dnes. Der Bericht wurde aus der Umgebung Havels bestätigt.

Forman stammt aus dem tschechischen Caslav und begann in den 60er Jahren als Regisseur zu arbeiten. Bekannt wurde er mit Filmen wie „Die Liebe einer Blondine“ (1965) und „Der Feuerwehrball“ (1967). Nach dem sowjetischen Einmarsch 1968 bekam Forman zunehmend Schwierigkeiten und emigrierte schließlich nach Amerika, wo er mit „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder „Amadeus“ weltweite Erfolge feierte. Vaclav Havel ist einer der bekanntesten tschechischen Dramatiker und war auch als Drehbuchautor und Darsteller tätig. Ab 1968 gehörte er zur innertschechischen Opposition und wurde nach der Wende tschechischer Staatspräsident. Seit dem Ende seiner politischen Tätigkeit hat er sich wieder dem Schreiben zugewandt.

Mit dem „Münchner Abkommen“ stimmten England, Frankreich und Italien im September 1938 den Ansprüchen Hitlers auf das deutschsprachige Sudentenland zu, um einen drohenden Krieg mit Nazideutschland zu vermeiden. Prag war an den Verhandlungen nicht beteiligt. Wenig später besetzte Hitler die gesamte damalige Tschechoslowakei, ein bis heute für alle Tschechen traumatisches Ereignis. Wann das Projekt von Havel und Forman realisiert werden kann ist unklar. Zunächst soll versucht werden, Finanziers in Frankreich und England für das Vorhaben zu interessieren.