Lang, lang ist's her, dass Wolfgang Petersen auf dem Gelände der Münchner Bavaria sein berühmtes „Boot“ drehte. Um genau zu sein, war das vor fast 28 Jahren. Petersens Kameramann damals hieß jost Vacano. Der heute 74-Jährige ist ein durchaus anerkannter Spezialist. Dass er allerdings erst jetzt die Bavaria und den koproduzierenden WDR vor dem Landgericht I in München verklagt, wirkt ein bisschen absonderlich. Vacano hatte für seine Arbeit 1980 und 1981 insgesamt 180.000 DM erhalten, woraus sein Rechtsanwalt einen Stundenlohn von 23 DM errechnet hat, angeblich auch damals bereits eine deutlich unterdurchschnittliche Bezahlung. Vacano verlangt nun eine Umsatzbeteiligung. Das wurde von den Beklagten unter Hinweis darauf abgewiesen, dass Vacano im Gegensatz zu den Produzenten keinerlei geschäftliches Risiko getragen habe. Der Ausgang des Prozesses könnte durchaus von gravierender Bedeutung für die gesamte Filmproduktion sein. Zunehmend neigen die Gerichte vor allem in Amerika dazu, Beteiligten an Filmproduktionen nachträglich eigene Urheberrechte zuzuerkennen, die sich dann nachträglich lukrativ versilbern lassen. Vacano macht für seine Klage zudem geltend, er habe fünf Jahre lang ergebnislos mit der Bavaria über eine Beteiligung verhandelt. Das Urteil des Münchner Landgerichts soll binnen zwei Monaten ergehen.
von HJN
am 06.03.2009







