Dass die internationale Filmwelt mit Spannung auf die Nominierungen zum Deutschen Filmpreis warten würde, kann man nicht gerade sagen. Zu tun hat das auch damit, dass die Akademie gern jene Produktionen auf den Schild heben, die beim Publikum nur mäßig bis gar nicht angekommen sind. So auch bei den Nominierungen für die diesjährige Lola-Vergabe, die heute von Akademie-Mitglied Jasmin Tabatabai und Kulturstaatsminister Bernd Neumann im ZDF-Morgenmagazin bekannt gegeben wurden. Gleich in sieben von insgesamt 15 Kategorien wurde „John Rabe“ nominiert, darunter auch für den besten Film, die beste Regie (Florian Gallenberger) und den besten Hauptdarsteller (Ulrich Tukur). Der Film ist bei uns noch nicht angelaufen, war aber auf der Berlinale zu sehen, wo ihm höfliches Desinteresse entgegenschlug. Ebenfalls in der Kategorie bester Film nominiert sind „Der Baader Meinhof Komplex“, immerhin ein Publikumserfolg, sowie der hinter den Erwartungen deutlich zurückgebliebene „Im Winter ein Jahr“ und die Totalausfälle „Jerichow“, „Chiko“ und „Wolke 9“. Bemerkenswert auch, dass der noch nicht gestartete „John Rabe“ sich einer Vielzahl von Nominierungen erfreuen darf, der Weihnachten 2008 tatsächlich angelaufenen „Buddenbrooks“ aber vollständig ignoriert wurde. Der Deutsche Filmpreis ist zudem auch eine eine Filmförderungsmaßnahme. Allein eine Nominierung in der Kategorien Bester Film bringt bereits 250.000 Euro, als Bester Kinder- und Jugendfilm 125.000 Euro und als Bester Dokumentarfilm 100.000 Euro. Vergeben werden die Deutschen Filmpreise am 24. April in Berlin.
Die Nominierungen
Bester Spielfilm:
„Der Baader Meinhof Komplex“, Rg: Uli Edel
„Chiko“, Rg: Özgür Yildirim
„Im Winter ein Jahr“, Rg: Caroline Link
„Jerichow“, Rg:Christian Petzold
„John Rabe“, Rg: Florian Gallenberger
„Wolke 9“, Rg: Andreas Dresen
Bester Dokumentarfilm:
„Lenin kam nur bis Lüdenscheid“, Rg: André Schäfer
„Nobody's perfect“, Rg: Niko von Glasow
Beste Kinder- und Jugendfilme:
„Hexe Lillie, der Drache und das magische Buch“, Rg: Stefan Ruzowitzky
„Was am Ende zählt“, Rg: Julia von Heinz
Beste Regie:
Andreas Dresen („Wolke 9“)
Uli Edel („Der Baader Meinhof Komplex“)
Florian Gallenberger („John Rabe“)
Christian Petzold („Jerichow“)
Beste männliche Hauptrolle:
Josef Bierbichler („Im Winter ein Jahr“)
Denis Moschitto („Chiko“)
Ulrich Tukur („John Rabe“)
Beste weibliche Hauptrolle:
Anna Maria Mühe („Novemberkind“)
Ursula Werner („Wolke 9“)
Johanna Wokalek („Der Baader Meinhof Komplex“)
Beste männliche Nebenrolle:
Steve Buscemi („John Rabe“)
Andreas Schmidt („Fleisch ist mein Gemüse“)
Rüdiger Vogler („Effi Briest“)
Beste weibliche Nebenrolle:
Irm Hermann („Anonyma“)
Susanne Lothar („Fleisch ist mein Gemüse“)
Sophie Rois („Der Architekt“)
Bestes Drehbuch:
Christian Schwochow, Heide Schwochow („Novemberkind“)
Johanna Stuttmann („Nacht vor Augen“)
Özgür Yildirim („Chiko“)
Beste Kamera/Bildgestaltung:
Kolja Brandt („Nordwand“)
Jürgen Jürges („John Rabe“)
Wedigo von Schultzendorff („Lulu & Jimi“)
Beste Filmmusik:
Element of Crime („Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“)
Annette Focks („Krabat“)
Niki Reiser („Im Winter ein Jahr“)
Bester Schnitt:
Anne Fabini („Berlin Calling“)
Peter Przygodda, Oli Weiss, Mirko Scheel („Palermo Shooting“)
Patricia Rommel („Im Winter ein Jahr“)
Sebastian Thümler („Chiko“)
Bestes Szenenbild:
Christian M. Goldbeck („Krabat“)
Tu Ju Hua („John Rabe“)
Udo Kramer („Nordwand“)
Bestes Kostümbild:
Lucie Bates („Effi Briest“)
Lisy Christl („John Rabe“)
Birgit Missal („Der Baader Meinhof Komplex“)
Bester Ton:
Manfred Banach, Tschangis Chahrokh, Dirk Jacob, Carsten Richter („Krabat“)
Manfred Banach, Christian Conrad, Martin Steyer („Anonyma“)
Tschangis Chahrokh, Heinz Ebner, Guido Zettier („Nordwand“)
von HJN
am 13.03.2009







