„Jud Süß“, Veit Harlans berüchtigter antisemitischer Propagandafilm aus dem Jahr 1940 mit Ferdinand Marian in der Titelrolle, gehört zu den Tiefpunkten der deutschen Filmgeschichte. Für einen professionellen Provokateur wie Oskar Roehler also das ideale Projekt. Dessen ursprünglich als „Jud Süß – Sympathie mit dem Teufel“ angekündigter Film trägt jetzt den sprachlich verrutschten Arbeitstitel „Jud Süß – Film ohne Gewissen“. Tatsächlich handelt es sich bei dem Film nicht um ein Remake des üblen Vorläufers, sondern um eine Art BioPic des Hauptdarstellers, gestützt auf die Ferdinand-Marian-Biografie „Ich war Jud Süß“ von Friedrich Knilli. Marian, einer der talentiertesten Schauspieler seiner Zeit, erkannte zu spät die eigentliche Stoßrichtung des Films und konnte sich Goebbels Druck nicht mehr entziehen. 1945 von den Alliierten mit einem Auftrittsverbot belegt, starb der Ufa-Star wenig später unter mysteriösen Umständen bei einem Autounfall.
Tobias Moretti spielt Marian, weitere Hauptrollen sind mit Martina Gedeck (Anna Marian), Moritz Bleibtreu (Joseph Goebbels), Armin Rohde (Heinrich George), Justus von Dohnanyi (Veit Harlan) und Paula Kalenberg (Kristina Söderbaum) besetzt. Gedreht wird neben Köln noch in München, Wien, Niederösterreich und Vendig. 2010 soll die deutsch-österreichische Koproduktion in die Kinos kommen.
Oskar Roehlers bislang letzter Film war die im Januar gestartete 50-Jahre-Komödie „Lulu und Jimi“.
Verfasst von HJN am 01.07.2009












