Berlinale 2009

19.10.2009
- EINE PERLE EWIGKEIT

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Nach einem alten peruanischen Mythos übertragen jene Mütter, die einst Leid und Schmerz erfahren haben, die Krankheit der Angst an ihre Töchter. … weiterlesen

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Bei einer Jury, der die bekennende Avantgardistin Tilda Swinton und der ewige Experimentator Christoph Schlingensief angehören, waren die Goldenen und Silbernen Bären ausschließlich für ...weiterlesen

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    © Sony Pictures
    Aishwarya Rai auf dem roten Teppich, dem eigentlichen Zentrum der Berlinale

Berlinale-Blog 10. Tag

Gleich vorweg. Wenn ich einen Bären zu vergeben hätte, „My One and Only“ von Richard Loncraine hätte ihn bekommen. Nicht weil der Film ein Super-Filmkunstwerk ist, sondern weil ich lachen musste. Sonst kam das eigentlich nicht vor auf diesem verkniffen herumpolitisierenden Filmkunst-Festival. Wie überhaupt Komödien das Schwerste sind. Entweder das Publikum lacht, oder der Film ist restlos gescheitert. Und ich hätte einen Buh!-Bären vergeben, für den größten Mist. Mein Buh!-Bär geht an „Effi Briest“ von Hermine Huntgeburth. Man darf Romane verfilmen. Aber man darf ihren Sinn nicht verkehren, indem man Effi statt dem Tod ein neues, selbstbestimmtes Leben in Berlin finden lässt, die Zigarette lässig zwischen den Lippen. Es lässt ja auch niemand Odysseus statt nach zehnjähriger Irrfahrt schon nach ein paar Wochen Segelurlaub in der Ägäis braungebrannt heimkehren. Oder die Buddenbrooks ein erfolgreiches, global aktives Wirtschaftsimperium aufbauen, das noch heute existiert. ...weiterlesen

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    © 2008 Sony Pictures
    Der ROSAROTE PANTHER und seine Macher auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Palast

Berlinale-Blog 9. Tag

„I hate movies with a message.“ Das stammt von Natalie Portman und gesagt hat sie es vor ein paar Monaten bei einem Zwischenstopp in Berlin. Recht so, Frau Portman. I hate movies with a message too. Filme mit einer Botschaft schließen automatisch all jene aus, die anderer Meinung sind. Nicht so für Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Lautstark pries er die Berlinale als politisches Festival an. Um das Politische aber wurde es von Tag zu Tag stiller, je mehr sein eigenes Programm den obersten Programm-Macher konterkarierte. Die 59. Berlinale ist nicht umstritten wegen ihrer politischen Filme, sie erfreut sich vielmehr einer ziemlich einhelligen Einschätzung: Dieses Festival ist flau und grau mit der schwächsten Filmauswahl seit langem. Und wenn es einmal politisch zuging, dann immer schön brav entlang jenem Mainstream von Ansichten, die sowieso jeder teilt: ...weiterlesen

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    © Constantin
    Sean Penn (l.) als Harvey Milk

Berlinale-Blog: 6. Tag

Das kommt davon, wenn man nur flüchtig über die wichtigsten Angaben zu einem Film hinwegliest und dann in die Vorstellung geht. Mich ereilte die gerechte Strafe in Gestalt der Pressevorführung von Chen Kaiges Wettbewerbsbeitrag „Forever Enthralled“. Müde schleppt sich das Hohelied auf den berühmtesten männlichen Frauendarsteller der Peking-Oper in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dahin. Der Film hat mindestens fünf Enden, ist aber niemals zuende. Nachher wusste ich, warum. Im Programm stand klar und deutlich: 147 Minuten Laufzeit, fast zweidreiviertel Stunden! Mal abgesehen davon, dass ich für Opernmusik im allgemeinen, die schrille Peking-Oper im Speziellen und Männer, die mit misstönend nach oben verstellter Stimme Frauen verkörpern grundsätzlich kein Interesse habe, hatte der Film auch sonst nichts zu bieten außer fader Verklärung. Das mag für China okay sein, wo der Mann angeblich auch heute noch ein Volksheld ist, für den Wettbewerb eines internationalen Festivals reicht es auf keinen Fall. Als sich der Frauendarsteller dann noch in eine junge Sängerin verliebt, deren Spezialität die Darstellung von Männern ist, und diese Befähigung in einer langwierigen Szene auch vorgeführt wird, war's genug: Ich habe getan, was ich sonst nie tue – Flucht aus dem Kino. Das hatten vor mir, grob geschätzt, schon etwa zweihundert andere Kollegen getan. ...weiterlesen

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    © Majestic
    Ulrich Tukur als John Rabe

Berlinale-Blog: 3. Tag

„Schreib doch mal was Positives“, sagt Kollege S. zu mir, „bei dir im Blog ist immer alles so negativ“. So sei es denn, heute gibt’s was Positives. Zum Beispiel Tommy Lee Jones und John Goodman in Bertrand Taverniers Wettbewerbsbeitrag „In the Electric Mist“. Der Film liegt schon seit 2007 ungesehen herum und ist auch sonst nur ziemlich mäßig. Die Qualitäten aber, die er hat, verdankt er den beiden Mimen: Tommy Lee Jones treibt seinen darstellerischen Minimalismus auf die Spitze: Stoisch stapft er durch die Sümpfe Louisanas, stochert in lange verwesten Leichen und führt auch einen schnellen Colt. Das alles mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck, doch der ist wahrhaft beredt: gescheiterter Polizist in New Orleans, gescheiterter Sheriff auf dem Lande, mit Mühe endlich weg vom Alkohol. Da frieren einem schon mal die Gesichtszüge ein. Und dann John Goodman. Vor Jahren wollte ich mal mit einem Kollegen einen John-Goodman-Fanclub gründen, der Mann ist einfach sensationell. Ein jovialer Dicker, dessen (im Original) dröhnende Stimme Unheil verheißt. So auch hier. Abends ließ sich der tödlich gemütliche Herr Goodman auf dem roten Teppich blicken und winkte freundlich. Seit den Dreharbeiten für „Speed Racer“ in Babelsberg habe er sein Herz für Berlin entdeckt. Danke für die Nettigkeit, Mr. Goodman. „Speed Racer“ war trotzdem ihr schlechtester Film in Jahrzehnten. ...weiterlesen

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    © Senator
    Moralisch indifferent: Kate Winslet in DER VORLESER

Berlinale-Blog: 2. Tag

Gefragt, ob sie sich für Individualisten halten, würden das die meisten Fachbesucher der Berlinale für sich mit Bestimmtheit bejahen. Na klar, Film hat mit Kunst zu tun, und die ist nun mal das Refugium strengstens verteidigter Individualität in der uniformen Massengesellschaft. Eine Selbstgewissheit, die von der Berlinale Jahr für Jahr einer scharfen Überprüfung unterzogen wird: Wer möchte, bekommt vom Festival ein Halsband zum Befestigen der Akkreditierung sowie eine Umhängetasche. Dieses Jahr sind beide irgendwie schmutzig-rot, die Tasche ab Werk vorgeknautscht. Ziemlich schauerlich. Nein gesagt hat trotzdem kaum jemand. Und so laufen alle in der schäbigen Berlinale-Uniform herum, ein Meer in Rot. Da und dort jedoch dämmert einigen Filmuniformträgern das ästehtisch-individualistische Manko, das sie da mit sich herumtragen, und halten mit selbst gebastelten Gimmicks dagegen. Mein Lieblingseinfall, bereits mehrfach gesichtet: Das Handy wird am Bändsel befestigt, der Menüpunkt „Lichteffekte“ aktiviert und schon kann jeder am kleinen Blitzlichtgewitter sehen, wenn die Redaktion wieder anruft, um sofort eine Berlinale-Blitzreportage abzurufen – ein Wichtigkeitsnachweis in Bauchnabelhöhe gewissermaßen. ...weiterlesen

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Zum Start des Festivals lassen sich die in Berlin heiß erwarteten Promis des internationalen Film-Jet-Sets noch nicht blicken. Für die Eröffnung ...weiterlesen

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Diesen Herbst jährt sich zum 20. Mal der Fall der Berliner Mauer. Aus diesem Grund hat die Berlinale das Programm ...weiterlesen

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Sophie van der Staps Bestseller „Heute bin ich blond“ wird von den beiden Produzenten Andreas Bareiss und Sven Burgemeister verfilmt. In dem Buch schildert ...weiterlesen